Erfolgsgeschichte Andreas Mayer

8

Januar

Friseurmeister 2.0 – Die Erfolgsgeschichte Andreas Mayer

Wie so viele Friseure war auch Andreas Mayer quasi vorbestimmt, eine Friseurlehre zu absolvieren, war doch sein Vater Gerhard bereits ein sehr erfolgreicher Friseur. Dennoch entschied sich Andreas erst dafür, das Gymnasium abzuschließen und zu maturieren. Auch seine Lehre war ungewöhnlich: Er studierte nämlich nebenbei noch BWL, was ihm persönlich ein wichtiges Anliegen war.

„Das ging dann auch alles gut Hand in Hand“, erzählt der Steirer. Seine ungewöhnliche Lehre hat er im hauseigenen Betrieb absolviert, durch die AHS-Matura wurde die Lehrzeit außerdem verkürzt. „Mein Alltag sah so aus: vormittags Berufsschule, nachmittags Uni, abends Salon.“ Obwohl der Hintergedanke eigentlich war, ins Ausland zu gehen, war Andreas Mayer auch so vollauf zufrieden und beschreibt seine Ausbildung als sehr abwechslungsreich.

Obwohl Andreas im hauseigenen Betrieb gelernt hat, denkt er nicht, dass er dadurch bevorzugt behandelt wurde. Lehrherrin war eine langjährige Mitarbeiterin, die ihn sehr gefordert und ihm keinen „Chef-Sohn-Bonus“ gegeben hat. „Selbstverständlich wäre ein anderes Unternehmen auch spannend gewesen, so habe ich meinen eigenen Betrieb aber von der Wurzel weg kennengelernt.“

Nach Abschluss seiner Lehre hat er dann auch das Studium beendet: „Für mich war einfach klar, dass mir die Arbeit am Kunden mehr Spaß macht als BWL. Dennoch habe ich natürlich für mich selbst und für das Unternehmen viel Wissen rund um Buchhaltung, Marketing, Statistik oder EDV mitnehmen können.“ Andreas hat beschlossen, dass er nicht alles alleine machen kann und holt sich für die jeweiligen Bereiche Experten wie Steuerberater oder Agenturen für Werbung & PR ins Boot.

Mit der Wella Jugendgruppe hat Andreas gleich nach seiner Lehrzeit sein erstes Seminar gehalten und wurde schließlich auch nach Los Angeles eingeladen. „Dort ist der Groschen gefallen“, erzählt er. Schließlich ging es mit Seminaren weiter, bis er 2003 seinen ersten Salon eröffnete. „Mir war wichtig, raus aus dem Lehrsalon zu kommen und eigene Konzepte umzusetzen, im Rahmen des Familienunternehmens.“ Gestartet hat Andreas mit vier Angestellten und drei Lehrlingen und sie haben – wie er sagt – „einfach Gas gegeben“. Mittlerweile ist Andreas für alle sechs Salons und 90 Mitarbeiter zuständig.

Dabei darf die Ausbildung natürlich nicht zu kurz kommen. Wie jeder Friseur ist auch Andreas Mayer auf Lehrlinge und später qualifizierte Top-Stylisten angewiesen, die er sich am liebsten selbst „heranzieht“. Derzeit beschäftigt er rund 30 Lehrlinge, verteilt über alle drei Lehrjahre. „Fluktuation herrscht in unserer Branche natürlich ebenso, langjährige Mitarbeiter sind seltener geworden. Wir haben aber auch Stylisten, die schon über 10, 20, 30 und 40 Jahre bei uns sind.“

Um eine strukturierte Ausbildung zu ermöglichen, gibt es bei Intercoiffeur Mayer auch eine eigene Akademie bzw. ein eigenes Schulungszentrum. Im Flagship-Store werden die Lehrlinge in einem eigenen Bereich während der Arbeitszeit zu verschiedenen Themen geschult. Man beginnt dabei mit der Basic-Einschulung: Gleich nach Lehrbeginn werden die Lehrlinge dort drei Tage lang auf den ersten Kundenkontakt vorbereitet und in die Basics, wie Kopfwäsche, Augenbrauen & Wimpern färben, Pflege, etc. eingewiesen. „So kommen sie danach nicht ganz unvorbereitet in ihre jeweiligen Salons, das fördert die Motivation gleich von Anfang an.“ Wöchentlich werden außerdem von vier hauseigenen Trainern Schnitt- und Färbetechniken gelehrt. Selbstverständlich arbeitet man auch eng mit den Lieferanten und Friseurmarken zusammen, mit Wella gibt es mehrmals Workshops inhouse oder auch direkt vor Ort.

Auch die bereits ausgelernten Stylisten werden weitergebildet: Zweimal im Jahr finden verpflichtend Schulungen zu neuen Produkten und Trends statt. Andreas Mayer sorgt dabei dafür, dass seine Mitarbeiter internationale Standards kennenlernen und organisiert in einem fixen Jahresplan Weiterbildungen und Workshops auf Messen in London, Paris, Deutschland oder der Schweiz.

Damit die Firma allgemein mit der Konkurrenz mithält, legt Andreas auch großen Wert auf Social Media. Neben der Webseite wird dabei vor allem Facebook und Instagram bespielt. Er arbeitet mit einer Agentur zusammen, einige Mitarbeiter aber haben Zugang und zeigen auf den Seiten so Einblicke in das alltägliche Friseurleben. „So kann man ganz anders Leute ansprechen, wir suchen über Social Media auch Mitarbeiter, heutzutage muss das beinahe mitgemacht werden, weil es einfach authentisch wirkt.“

„Als Friseur-Lehrling kann man alles werden: Top-Stylist, Salonleiter, Geschäftsführer und vieles mehr. Wir versuchen, gleich mit der Lehre die Karriere zu starten.“