Erfolgsgeschichte Gerfried Trummer

12

Juli

Die Tradition wird weitergeführt – Die Erfolgsgeschichte Gerfried Trummer

Nach zwei Generationen Friseure in der Familie wurde Gerfried Trummer quasi in den Beruf hineingeboren. „Wenn man damit aufwächst, stellt sich die Frage gar nicht, man weiß, das ist das, was man will“, so der heute 53-jährige.

Dennoch hat sich Gerfried Trummer erst für eine Lehre außerhalb des eigenen Salons entschieden, in Graz lernte er im Salon einem alteingesessen Kollegen seiner Familie, wo das Arbeitsklima nach eineinhalb Jahren aber untragbar wurde. Also kehrte er zurück zum Familiensalon und beendete seine Lehre dort. Gemeinsam mit seiner Mutter entwickelte er ein duales System, um das Meiste aus seiner Lehre herauszuholen: Mindestens einmal pro Monat wurde er in Wien trainiert, das Haareschneiden selbst hat er also „extern“ gelernt.

Nach seiner Lehrzeit und mehreren Jahren Arbeit im elterlichen Betrieb wurde Gerfried Trummer immer mehr Verantwortung übertragen, bis er ihn 1997 nach dem frühen Tod seiner Mutter übernahm. Mittlerweile zählt der Salon  14 Mitarbeiter, darunter vier Lehrlinge. Laut ihm ist es schwieriger geworden, gute Lehrlinge zu finden: „Es sind andere Bedingungen und andere Zeugnisse als früher.“

Generell bevorzugt Gerfried Trummer aber „Eigenausgebildete“ gegenüber fremden Mitarbeitern. Aktuell sind nur zwei der 14 Mitarbeiter aus einem anderen Salon, alle anderen haben als Lehrlinge im Betrieb angefangen. Die motivierten Lehrlinge werden in Vorgesprächen ausgewählt, bei denen auch die Eltern anwesend sind. „Meist hat das gut gepasst, aber wir hatten auch schon Situationen, wo mich das Bauchgefühl getrügt hat.“

Selbstverständlich werden an die angehenden Lehrlinge auch einige Herausforderungen gestellt: Die Teilnahme an den Lehrlingswettbewerben ist verpflichtend, gilt auch als Einstellungskriterium. „Wenn man nur Dienst nach Vorschrift machen will, ist man hier falsch“, so Gerfried Trummer, der auch seine eigene Freizeit für das Training der Lehrlinge opfert. Je nach Thema werden die Lehrlinge von einem der vier Trainer des Salons zusätzlich weitergebildet. „Eine positive Einstellung ist dabei wichtig, sonst macht es keinen Spaß, weder dem Lehrling noch mir.“

Gleichzeitig werden die Lehrlinge speziell im Herren- und Damensalon ausgebildet, denn der Salon von Gerfried Trummer ist räumlich getrennt. Die Lehrlinge müssen selbstverständlich beide Abteilungen durchlaufen, meist bleiben die Jungs aber im Barbershop hängen. Auch die Familie von Gerfried Trummer arbeitet im Salon: Thomas Trummer führt den Herrensalon, die 21-jährige Magdalena Trummer arbeitet gemeinsam mit dem Vater im Damensalon und kann diesen – wenn sie möchte – auch eines Tages übernehmen.

„Das hat sich gut ergeben, dass meine Kinder ebenfalls Friseure werden wollten.“ In einer Stadt, wo eine Dorfmentalität herrscht und jeder jeden kennt, ist es natürlich von Vorteil, wenn die Familie den Friseursalon weiterführt: „Dafür bin ich sehr dankbar.“

„Es gibt nichts Schlechteres als einen Friseur, der nicht mit ganzem Herzen dabei ist.“