Erfolgsgeschichte Günther Hönigmann

8

Mai

Ein ganzes Leben für die Frisur – Günther Hönigmann erzählt aus 75 Jahren Berufsleben

Mit 75 Berufsjahren zählt Günther Hönigmann zu den ältesten aktiven Friseurunternehmern Österreichs. In den Medien und auch bei der Prominenz ist er kein Unbekannter. Barbara Karlich, Richard Lugner, Hannes Androsch oder Vranitzky – der Friseur kennt sie alle. „Ich könnte ein ganzes Buch mit meinen Geschichten füllen, es war eine schöne Zeit.“ Auch heute noch steht der mittlerweile 89-Jährige jeden Tag in seinem Geschäft und begrüßt seine Stammkunden. Er selbst legt nicht mehr selbst Hand an, denn für ihn gehört die „Jugend zur Jugend“. Der persönliche und meist freundschaftliche Kontakt ist dem Kärntner aber sehr wichtig und er genießt die Gespräche. Er liebt seinen Beruf und würde ihn gegen nichts auf der Welt eintauschen – auch wenn er ursprünglich lieber Schauspieler geworden wäre. „Solange es geht, führ ich mein Geschäft weiter, nach oben sind für mich keine Grenzen gesetzt.“

„Egal was kommt, ich mach immer das Beste daraus!“

Der Beruf des Friseurs wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Vater eröffnete 1927 einen kleinen Frisierladen in der Villacher Innenstadt, welchen er nach seiner Meisterprüfung 1955 übernahm. Sein Beruf führte den Kärntner in die verschiedensten Gegenden und Städte. Fünf Jahre verbrachte er in der Schweiz – das Non-plusultra dieser Zeit: ein Frisiersalon im Stadtzentrum von Zürich, was für ihn eine Art Auszeichnung war. Als er das Geschäft von seinem Vater übernahm, vergrößerte er es und schuf ein wahres Frisuren- und Kosmetikparadies, in dem seine Kunden zwischendurch auch im eigenen Wintergarten entspannen konnten. Doch von den einstigen 30 Bedienungsplätzen allein für die Damen und den 15 Mitarbeitern ist nicht mehr viel übrig. Während des 2.Weltkrieges wurde das Geschäft komplett ausgebombt, zusätzlich sorgte Hochwasser in den Jahren 1965 und 1966 für erhebliche Schäden. Hönigmann versuchte sein Geschäft zu halten – mit Erfolg. Sein Lebensmotto hat ihm hierbei sicher geholfen: „Egal was kommt, ich mach immer das Beste daraus!“ In der kleinen Innenstadt von Villach zählt er mit seinem kleinen Geschäft zu den traditionellsten Betrieben.

Der Friseurberuf im Wandel

Aber nicht nur die Stadt hat sich verändert, sondern auch das Berufsbild eines Friseurs – „man kennt sich nicht mehr so gut wie früher“. Am Beginn gab es im gesamten Bezirk Villach 35 Friseure, der gegenseitige Austausch war reger. Heute arbeiten allein in der Stadt Villach fast 100. Grund dafür sind Friseurketten und mobile Friseure. Der passionierte Friseur hat die unterschiedlichen Modeerscheinungen miterlebt – er weiß, jede Zeit hat ihre Trends. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen – Hönigmann ging immer seinen eigenen Weg und hatte Erfolg damit.

Und die schönste Zeit?

Seine Lehre begann Hönigmann im Geschäft seines Vaters, kriegsbedingt musste er sie aber bei einem Kollegen fortsetzen. Während der Lehrzeit hatte er eine 60-Stunden-Woche, für die damalige Zeit normal. 32 Pfennig für Rasieren und eine Reichsmark für einen Haarschnitt – kein Vergleich zu heute. Die Lehrzeit war für ihn trotz des Krieges die schönste Zeit seines Lebens. Eine schöne Lehrzeit  wünscht er auch allen Lehrlingen.