Erfolgsgeschichte Marco Inmann

6

Juli

Die etwas andere Ausbildung – Die Erfolgsgeschichte Marco Inmann

Der Berufswunsch als Kind war Rennfahrer. Durch die lange Tradition an Friseuren in seiner Familie (Dynastie seit 1904) – schon sein Urgroßvater, Großvater und Vater waren Friseure –entschied sich der Oberösterreicher Marco Inmann, ebenfalls eine Friseurs-Ausbildung zu machen. Sein Vorbild, sein Vater, hat ihn dabei so gut wie möglich unterstützt und ihm eine besondere Ausbildung ermöglicht.

Diese Ausbildung, die ihn später in der Lehre weit vor andere Lehrlinge gebracht hat, hat Marco Inmann in Meininghaus, Deutschland absolviert. In einem sechsmonatigen Lehrlingsseminar wurden die angehenden Friseure täglich von speziellen Trainern geschult und trainiert. Diese Ausbildung hat Marco Inmann viel gebracht, auch wenn er die Lehre in Österreich zusätzlich machen musste: „Beim Arbeiten war ich schon viel weiter als die meisten anderen Lehrlinge.“

Die klassische Lehre absolvierte er im Salon seines Vaters. Das hatte den Vorteil, dass er immer wieder zwei Monate bei Salons in London arbeiten konnte und den Vater auch auf Seminare begleiten durfte. Die Lehre selbst sah er nicht als besonders hart an, eine Sonderbehandlung bekam Marco aber dennoch nicht: „Selbstverständlich gehört auch Waschen, Putzen und so dazu. Auch bei mir.“

Mit 15 Jahren stand Marco Inmann schon auf der Bühne, Wettbewerbe waren nie so richtig sein Fall. Als jüngster Referent für Schwarzkopf war er auch mit seinen Seminaren und Shows voll ausgelastet. Nach der Lehre war er freier Mitarbeiter für Schwarzkopf, bis er mit gut 20 Jahren die Meisterprüfung abgelegt hat. Auch heute fährt er immer noch jährlich nach London zum Weiterbilden, für Seminare oder ähnliches.

Für kurze Zeit wollte der heute 49-jährige seine Karriere als Assistent von Sam McKnight, dem Stylisten von Prinzessin Diana, in New York fortsetzen. Sein eigenes Geschäft kam ihm dazwischen: Da Marco Inmann den Salon an der Spittelwiese aufbauen konnte, blieb er in der Heimat und führte gemeinsam mit seinem Vater ein Unternehmen mit mehreren Geschäften. Neben dem Salon seines Vaters am Graben wurde auch eine Haar-Klinik eröffnet, die jungen Friseuren einen Arbeitsplatz bot: Es gab einen „Haarspende-Ausweis“, die Friseure konnten sich kreativ austoben und die Kunden bezahlten etwas niedrigere Preise als im regulären Salon.

In dieser Zeit kam auch ein Angebot aus der Formel 1, was Marco Inmann natürlich nicht abschlagen konnte und somit hat sich jetzt doch ein Teil des Kindheitstraumes erfüllt: „Ich bin zwar kein Rennfahrer geworden, habe aber dann doch bei jedem Städte Grand Prix die Poloposition, da ich seit 11 Jahren exklusiv mit meinem Team die Amber Lounge Fashion Show style und dort die Rennfahrer bei mir am Friseurstuhl Platz nehmen!“ Mit Fleiß, guter Arbeit und Talent schaffen es unter anderem auch Lehrlinge wie Celina Gratzl, sich für diesen besonderen Arbeitsalltag im Event-Team zu qualifizieren. Bei Städte-Grand Prixs wie in Monte Carlo, Singapur und Mexico City ist das Team vor Ort bei der Eröffnungsshow für die Frisuren verantwortlich. Dabei werden die Models, die für den jeweiligen Designer über den Catwalk laufen und die aktuelle Kollektion präsentieren, alle Formel 1 Fahrer und Fahrerfrauen sowie VIPs, die für den guten Zweck über den Catwalk laufen, vom Team des Oberösterreichers gestylt.

Schließlich hat sich Marco Inmann vom Salon am Graben getrennt und beschäftigt alle 35 Mitarbeiter nur noch in der Spittelwiese in Linz, jedoch diesen Salon hat Marco im letzten Jahr auf 500m2 vergrößert, neben dem klassischen Friseursalon, bietet Inmann auch professionelle Maniküre und Pediküre an, zudem ist eine weiße Lounge zum Kundenbereich dazu gekommen, welche gekrönt wird von einer stylischen Bar. Die Lehrlings- und Mitarbeiterausbildung findet dort ausschließlich in der Arbeitszeit statt.

Mit derzeit acht Lehrlingen ist Marco Inmann vermutlich Spitzenreiter im oberösterreichischen Raum. Die meisten seiner Lehrlinge behält er auch nach der Lehrzeit. Die Lehrlinge werden heute auch anders ausgesucht: „Wir machen auch Gespräche aus über Whatsapp, Schulungen finden übers Internet statt, auch der Friseurberuf hat sich weiterentwickelt.“ Dennoch ist der Friseurberuf nach wie vor ein Handwerk, das vor allem durch Training erlernt werden muss und Durchhaltevermögen benötigt. „In unserem Beruf gibt es ein lebenslanges Lernen, Innovation wartet überall darauf, aufgesaugt zu werden.“

„Wer Friseur werden will, sollte sein Leben so gestalten, dass Trends, Mode und Genuss ein wichtiger Bestandteil davon ist, in allen Bereichen.“