Ulla Schulz

Erfolgsgeschichte Ulla Schulz

27

Juli

Die Allround-Künstlerin: Die Erfolgsgeschichte Ulla Schulz

Der Friseurberuf wurde Ulla Schulz quasi in die Wiege gelegt. Der Familienbetrieb eröffnete bereits vor mehr als 100 Jahren seinen ersten eigenen Salon – genauer gesagt 1913. Damit ist Ulla Schulz bereits Friseurin in fünfter Generation. Der väterliche Betrieb war immer schon ihre Heimat, auch während der Friseurlehre. „Als Tochter des Chefs wurde ich nicht bevorzugt behandelt. Ich musste eigentlich immer besser sein als die anderen Lehrlinge“, erzählt Ulla über ihre Lehrzeit.

Von ihrem Vater hat sie das Geschäft übernommen und umgebaut. Schließlich hat Ulla Schulz nicht nur den Friseur-Meister (mit 21 Jahren), sondern ist nebenbei auch Kosmetik- und Fußpflegemeisterin (mit 24 Jahren), das Tätowieren und Piercen (in Deutschland, England und Italien erlernt) begann sie mit 25 Jahren. Ihr Salon „Ulla und Schulz“ deckt alle diese Bereiche in Waidhofen/Thaya ab. Damit sich die Kundinnen und Kunden wohl fühlen und die Privatsphäre optimal gewahrt bleibt, wurden die Bereiche Friseursalon & Perückenmacher sowie Tattoo, Piercing, Kosmetik und Fußpflege räumlich getrennt – sind aber schnell durch einen Durchgang zu erreichen.

„Anfangs war es etwas schwierig, gerade bei älteren Kunden, dass wir auch tätowieren“, lacht die heute 45-Jährige. Mittlerweile haben sich aber alle daran gewöhnt und es kommt gut an. „Meine Kunden kommen mittlerweile aus ganz Ostösterreich zum Tätowieren zu mir. Vor allem Kosmetik und Fußpflege gehören heute einfach dazu“, meint Ulla Schulz. Es gibt nicht viele Geschäfte, wo man von Kopf bis Fuß alles unter einem Dach bekommt.

Dass diese Bereiche so richtig dazugehören, merken auch ihre Mitarbeiter. Jede ihrer Friseurinnen muss zusätzlich noch eine Kosmetik- oder Fußpflege-Ausbildung absolvieren. Eine neue Mitarbeiterin möchte sich jetzt weiter auf Tattoo und Piercing spezialisieren. Insgesamt ist das Team von „Ulla und Schulz“ zu sechst.

Die Ausbildung der Lehrlinge ist Ulla besonders wichtig und sie werden rasch in den Betrieb eingebunden – denn nur so lernt man schnell. Der einzige Lehrling im Betrieb schließt heuer allerdings die Ausbildung ab und auf Grund des langen Bewerbungs- und Auswahlprozesses wird heuer kein neuer Lehrling aufgenommen. In Zukunft will Ulla Schulz aber weiterhin Lehrlinge ausbilden. Ihr Vater Reinhold hat in seiner Karriere bereits weit über 40 Lehrlinge ausgebildet. Die meisten von ihnen haben lange im Salon gearbeitet und sich irgendwann sogar selbstständig gemacht. Mit ihnen herrscht heute noch reger Kontakt.

Die Lehrlinge, die bei Ulla Schulz anfangen, wissen schon durch die Schnupperpraktika, dass dies der richtige Beruf für sie ist. Vielen Bewerberinnen und Bewerbern bietet Ulla Schulz, nach einem ausführlichen Gespräch, so ein Schnupperpraktikum an. Eine Woche lang oder auch länger, können die angehenden Lehrlinge alles auf sich zukommen lassen und genau sehen, was sie erwartet. So können sie nach dieser Woche eine fundierte Entscheidung treffen. „Bisher hatte ich immer einen guten Riecher, was meine Lehrlinge angeht. Man sieht ja, wie sich derjenige verhält und das hat meist gut gepasst.“

Ob der Salon von Ullas beiden Kindern einmal weitergeführt wird, steht noch in den Sternen. „Wenn eines der beiden Kinder Interesse hat, natürlich gerne“, freut sich Ulla. Sie waren auch von klein an mit im Geschäft, ob am Rücken umgeschnallt oder in einer Kinderwippe, und waren natürlich der Liebling aller Kunden bis sie in den Kindergarten kamen, auch heute noch wird im Geschäft mit der Tochter Hausübung gemacht. „Familiäre Stimmung, nur so funktioniert ein Familienbetrieb“, meint Ulla.

So ist Ulla Schulz bestens für die Zukunft gerüstet, da sie neben ihren fünf Bereichen auch ein Perückenstudio ihres Vaters integriert hat. Menschen mit krankheitsbedingtem Haarausfall und all jene, die eine Perücke als schnelle Zweitfrisur nutzen wollen, können sich hier umfassend, diskret und kostenlos beraten lassen. Es gibt eine sehr große Auswahl an Modellen und Farben, die individuell angepasst werden. „Der Tragekomfort und die Qualität der Perücken ist heutzutage so groß, das lässt sich mit den Perücken, die jeder so kennt, gar nicht vergleichen.“ erklärt Ulla weiter. „Sie lassen sich mit freiem Auge nicht mehr vom Echthaar unterscheiden.

Auch die eigene Weiterbildung kommt bei „Ulla und Schulz“ nicht zu kurz. „Wir halten immer wieder Schulungen im Salon ab, oder besuchen diese. Man kann Modelle mitbringen oder spezielle Fortbildungen machen“, beschreibt Ulla. Sollte es noch zusätzliche Fragen geben, können sich alle jederzeit an die Chefin wenden oder auch an ihre Eltern, die immer noch im Geschäft mitarbeiten und Stammkunden betreuen, obwohl sie schon in Pension sind.

„Man kann zwar alles lernen, aber nur wenn du deinen Beruf auch liebst, ist es eine Erfüllung.“