Eine Friseurin auf der Überholspur

18

Dezember

„Friseurin war immer schon mein Traumberuf,“ beginnt Gina Aichbauer zu erzählen. Ihr großes Vorbild? Ihre elf Jahre ältere Schwester – ihres Zeichens selbst Friseurin. Bereits in der achten Schulstufe freiwillig in einem Salon mitgeholfen, folgten der erfolgreiche Abschluss der Lehre, viele lehrreiche Berufsjahre und schließlich die Selbstständigkeit mit dem Salon „hairgott“ vor 16 Jahren in Graz. Ihren großen Wunsch, sich einen Namen zu machen, stets vor Augen, hat die Friseurin immer nur ein Gas gekannt: Vollgas! Heute ist sie als Friseurin, Trainerin und Akteurin für Workshops, Filmproduktionen und Bühnenshows sowie für Editorials namhafter Magazine erfolgreich tätig. Dass sie für einen Haarschnitt sogar einmal mit dem Hubschrauber zu einer Kundin eingeflogen wurde, sei dabei nur am Rande erwähnt.

„Mein Beruf ist meine Berufung“
Gina Aichbauer ist Friseurin aus Leidenschaft. Mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz kann sie nicht nur ihre Kunden, sondern auch eine internationale Fachjury, bestehend aus Fotografen und Stylisten, von ihrem Können überzeugen. Wenig überraschend also, dass die Hairstylistin bereits 45 Mal für den Austrian Hairdressing Award nominiert wurde. 2012 staubte sie gleich vier Oscars in den Kategorien „Damen-Süd“, „Publikum“, „Color“ und „Hairdresser of the year“ ab. Besonders spannend: Die Steirerin ist bisher die einzige Frau, die den „Hairdresser of the year“-Award, die größte Auszeichnung für österreichische Friseure, mit nach Hause nehmen durfte. „In einem frauenlastigen Beruf die einzige Frau zu sein, die den „Hairdresser of the year“-Award gewonnen hat, ist natürlich eine große Ehre. Ich sage immer: Ich habe den Preis im Namen aller Frauen gewonnen,“ erzählt die gebürtige Grazerin. Als sechsfache Gewinnerin des Preises wollte das Energiebündel, wie sie sich selbst bezeichnet, bei der letzten Verleihung aussetzen. Daraus wurde aber nichts. „Eigentlich wollte ich mir eine kreative Pause gönnen. Dann hat Schwarzkopf Professional angerufen und mich gefragt, ob ich Lust hätte, in der Jury mitzuwirken. Natürlich habe ich es mir nicht entgehen lassen, einmal auf der anderen Seite dabei zu sein,“ schmunzelt die Friseurin.

Eine Firma wird zur Marke
Gina Aichbauers Lebenslauf ist Zeuge ihrer Karriere mit Schere. Stets auf der Suche nach neuen – Achtung: Wortwitz – Hairausforderungen, war sie etwa als Trainerin für die eigenen „hairgott on tour“ Seminare und Workshops tätig. Auch auf der großen Bühne fühlt sich die 45-Jährige pudelwohl. „Als Friseur muss man immer am Puls der Zeit sein. Wenn ich einen Teil dazu beitragen kann, dass andere sich weiterbilden, dann tue ich das liebend gerne,“ betont die Steirerin. Von ihrer Liebe für ihren Beruf können sich auch Kunden im Salon überzeugen. Eigene Fotokollektionen und Videos auf Leinwänden und Bildschirmen an den Wänden bestätigen den unbändigen Tatendrang der Friseurin. „Ich nutze meinen Laden nicht, um eine Firma, sondern mich und mein Team zu präsentieren. Wie könnte ich das besser, als anhand von Videos und Fotos, die unser Können zeigen?“, betont das Energiebündel. Besonderes Highlight: Ein Videodreh auf dem Flughafen.

Immer einen Schnitt voraus
Aus- und Weiterbildung wird bei Gina Aichbauer groß geschrieben: „Als einer der Hotspots der steirischen Friseurszene werden meine Mitarbeiter gefordert und gefördert. Schließlich ist ‚hairgott‘ nur so gut, wie das kleinste Mitglied im Bunde.“ Die Hairstylistin hat es sich zum Ziel gesetzt, zusammen mit ihrem Team das Beste für ihre Kunden zu geben. „Haare sind für mich der schönste Schmuck, den ein Mensch tragen kann. Dass ich meinen Mitarbeitern ein Gefühl für unsere Produkte, Farben und Formen weitergebe, ist für mich daher selbstverständlich,“ so die Hairstylistin. Ebenso selbstredend ist es für die gebürtige Grazerin, ihren Mitarbeitern auch mal etwas zurückzugeben. Am letzten Freitag vor dem Heiligen Abend wird es im Salon von Gina Aichbauer weihnachtlich. Bei Livemusik am Klavier, Weihnachtsgebäck und Prosecco stimmen sich nicht nur die Friseurin und ihr Team, sondern auch die Kunden auf das baldige Weihnachtsfest ein.

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