Erfolgsgeschichte Klemens Gstrein

22

Juni

Der Konzept-Künstler – Die Erfolgsgeschichte Klemens Gstrein

Klemens Gstrein aus Lengenfeld im Ötztal hat seine ganz persönliche Herangehensweise an den Friseurberuf. Er sieht sich eher im Kunstbereich als Handwerker und nicht als reiner Techniker. In seinem Salon „Friseur Klemens“ setzt er auf das amerikanische Prinzip: viele Fotos und ein breit gefächerter Social Media Auftritt unterstützen den Friseur bei der Kunden- und Mitarbeiteransprache.

Sein 13-köpfiges Team, das aktuell noch nach Verstärkung sucht, versucht in der täglichen Friseurarbeit nicht nur auf die Wünsche der Kunden einzugehen, sondern auch aufzuzeigen, was rein fachlich möglich ist. Ideen der Mitarbeiter werden eingesetzt, um Frisuren zu formen, die möglicherweise auch in eine Richtung gehen, die die Besucher selbst zu Beginn ihres Friseurbesuchs noch nicht im Sinn hatten. Die kreative Arbeit begeistert täglich sowohl Mitarbeiter als auch Kunden.

Von der kreativen Arbeit war Klemens Gstrein schon relativ früh begeistert. Mit elf entschied er sich bereits, die Friseurlehre nach der Pflichtschule anzutreten. Nach vier Jahren Gymnasium hätten seine Eltern zwar eher damit gerechnet, dass er in die Oberstufe wechseln, die Matura machen und anschließend studieren würde, sind inzwischen mit der Entscheidung ihres Sohn allerdings sehr glücklich und äußerst stolz.

Nach seiner Lehrzeit, bei der seine Erfolge bei Lehrlingswettbewerben im Vordergrund standen, sammelte er noch eine Zeit lang Berufserfahrung, bevor er sich 13 Jahre nach Lehrabschluss mit seinem Salon selbstständig machte. „Ich wollte meine eigenen Ideen und Versionen umsetzen, das ist natürlich im Angestelltenverhältnis schwieriger“, so der erfolgreiche Friseur. In der Selbstständigkeit hat er bisher vieles ausprobiert, darunter Kosmetik, Rundum-Service oder einzelne Spezialisierungen, fokussiert hat er sich schließlich auf Farbe und Schnitt und Typveränderungen.

Durch sein Konzept, dass sich vor allem auf die Einbindung von jungen Mitarbeitern konzentriert, ist es selbstverständlich, dass er auch Lehrlinge ausbildet, derzeit lernen zwei Personen in seinem Salon die Kunst des Friseur-Berufs. Auch für ihn wird es schwieriger, Lehrlinge zu bekommen: „Niemand traut sich etwas zu, die Schule ist da eine sicherere und leichtere Variante.“ Dennoch ist er als positiver Mensch zuversichtlich, dass in Zukunft ein großes Umdenken stattfinden und die Branche sich sowohl von innen als auch von außen verändert wird.

Junge Menschen sollten seiner Meinung nach wieder mehr auf ihr Gefühl hören. „Wenn das Gefühl sagt, die Lehre ist die richtige Entscheidung, soll man das auch durchziehen.“ Junge Menschen würden von außen fehlgeleitet und folgten sich dann selbst nicht mehr. Mit der Zeit zu gehen ist natürlich nicht nur für die angehenden Lehrlinge, sondern auch für die Friseure wichtig: Klemens Gstrein beispielsweise versucht, dem Lehrlingsdefizit mit Social Media entgegenzuwirken.

Zitat Klemens Gstrein:

„Ich nutze meine Freizeit als Ideenschmiede, überall in der Welt wartet so viel Inspiration, mit der wir arbeiten können.“