Erfolgsgeschichte Patrizia Grecht

29

August

Die Life-Ball Künstlerin – Die Erfolgsgeschichte Patrizia Grecht

„Eigentlich habe ich nie wirklich darüber nachgedacht“, antwortet Patrizia Grecht auf die Frage, ob sie immer schon Friseurin werden wollte. Mit 11 Jahren hat sie begonnen, ihren Freundinnen im Bus auf dem Weg zur Schule die Haare zu machen und sich mit dem „Material Haare“ zu beschäftigen. Kein Wunder, hatten doch bereits ihre Großeltern und Eltern die Friseurs-Karriere eingeschlagen.

Dennoch hat sie nach ihrer Pflichtschulzeit nicht den klassischen Weg der Lehre eingeschlagen, sondern die fünfjährige Handelsakademie mit Matura absolviert, um diese später für den kaufmännischen Teil bei der Meisterprüfung angerechnet zu bekommen. Auch ihre Lehre war keineswegs Standard: In Deutschland und Großbritannien konnte sie bei unterschiedlichen Lehrmeistern wie Günther Amann oder Toni & Guy Kurse besuchen und ihren eigenen Haarschneidestil entwickeln.

Nach dem Lehrabschluss zur Friseurin begann Patrizia eine Ausbildung zur Maskenbildnerin. Neben ihrer Tätigkeit im Salon hat sie an verschiedenen Theatern gearbeitet und bei Wella als Top-Akteur Seminare am Wochenende geleitet. „Die Zeit zwischen 25 und 30 war sehr stressig, aber hat mir viel Erfahrung in allen möglichen Bereichen eingebracht“, so Patrizia heute.

Im Jahr 2000 eröffnete sie dann ihren eigenen Salon. Auch das hat sich einfach so ergeben: Mittlerweile hat Patrizia zahlreiche Lehrlinge ausgebildet und beschäftigt fünf Mitarbeiter im Salon in der Operngasse. Derzeit arbeitet zwar keinen Lehrling bei ihr, ist aber immer auf der Suche nach top-motivierten und talentierten jungen Leuten (mehr Infos hier).

Lernen und entfalten können sie sich in Patrizias Salon bestimmt: Außer Dauerwellen und Haarverlängerungen werden alle Dienstleistungen angeboten, die im klassisch kreativen Bereich liegen. Zum Beispiel beschäftigt Patrizia zwei Farbtechnikerinnen, die sich perfekt mit allen Farbtechniken auskennen. Außerdem gibt es in Patrizias Salon eine japanische Kopfmassagen-Zeremonie, die zusätzlich buchbar ist und für die ihre Stylistin Ikumi einen eigenen kleinen Bereich im Untergeschoss zur Verfügung gestellt bekommen hat.

Und wer mit Designern aus der ganzen Welt zusammenarbeiten möchte, ist bei Patrizia ebenfalls richtig: Seit dem ersten Life-Ball steht die Wienerin hinter der Bühne und stylt die Models für die Shows. „Wir haben schon mit vielen großen Designern wie Gaultier, Vivienne Westwood, etc. und internationalen Prominenten zusammengearbeitet. Wer sich bei mir im Salon beweist, hat natürlich auch immer die Chance, mit mir hinter die Bühne zu kommen.“

Da die Kunden in Patrizias Salon vor allem Stammkunden sind, die zu „ihrem“ Friseur kommen, dauert es ein bisschen, bis sich neue Stylisten einfinden. Darum ist Patrizia bestrebt, weiterhin Lehrlinge auszubilden und diese dann in ihr Team aufzunehmen: „Wenn man weiß, dass jemand da bleibt, engagiert man sich gleich noch ein bisschen mehr, weil man so erfolgreich gemeinsam wachsen kann.“

„Wenn man das Material Haare liebt und gerne damit arbeitet, keine Angst vor Menschen hat und gerne mit und an Menschen arbeitet, kann gar nichts schiefgehen. Man kann alles lernen, mit der richtigen Technik und dem Funken Talent hat man eigentlich schon gewonnen.“