Friseur mit Schneid und Lebensmut

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Dezember

Dass der Schritt in die Selbstständigkeit einiges an „Schneid“ verlangt, ist allgemein bekannt. Der Tiroler Friseurmeister Martin Auer aus Götzens im Bezirk Innsbruck Land hat ihn vor 26 Jahren gewagt – und es nie bereut. Sein Weg zum eigenen Erfolgs-Salon mit neun Mitarbeitern war jedoch kein leichter.

EIN WEISSES BLATT UND VIELE FRAGEZEICHEN

Bereits mit 21 Jahren übernahm Martin Auer den Salon. Er war begeisterter Friseur, das Chefsein musste er aber erlernen. Später haben große Veränderungen das Leben des Friseurmeisters geprägt. Mit dem Zeitpunkt der Diagnose seiner Nierenerkrankung vor zehn Jahren stellte er so einiges in Frage: Damals war er Vater von drei kleinen Kindern und somit stellte sich auch die Existenzfrage. „Ich habe mir ein weißes Blatt genommen und mein Leben aufgeschrieben und musste feststellen, dass da noch sehr viele Fragezeichen waren. Zu viele. Also habe ich angefangen, sie zu bearbeiten. Der Mut kam, weil ich das alles als Chance gesehen habe, sich niemals aufhalten zu lassen.“ Mit seiner positiven Lebenseinstellung will Martin Auer andere dazu bewegen, auch einmal etwas zu riskieren und die Veränderung nicht zu scheuen. „Ohne meine Krankheit wäre ich vermutlich nie so mutig gewesen und letztlich auch nicht so erfolgreich. Ich habe die Chance genutzt und mein Leben umgekrempelt“, so der Hairstylist.

SPEZIALIST FÜR VERÄNDERUNG

Martin Auer hat seinen neuen Salon in Götzens ganz nach dem Motto „Ihr Friseur kann Ihr Leben verändern“ aufgebaut. Dieses war ursprünglich das Kompliment einer Kundin. „Damit wurde der Salon in Tirol bekannt und für mich hat sich dadurch einiges verändert- die Erfolgsgeschichte begann. Es hat aber auch meine Einstellung zum Berufsbild verändert. Ein Friseurbesuch bewirkt nicht nur eine oberflächliche Veränderung nach außen, sondern wirkt auch nach innen und kann das Selbstvertrauen der Kundin verändern und stärken. “

AUS LEHRLINGEN WERDEN MITARBEITER

Sein Team steht hinter Martin Auer und stärkt ihm damals wie heute den Rücken. Eine Wertschätzung der besonderen Art, die er sich in jedem Fall verdient hat – schließlich wurden all seine Mitarbeiter im Salon ausgebildet und sind nach der Lehre gerne dort geblieben. Das Team unterstützt Martin, wo es nur geht. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich erfolgreicher werde, wenn ich meine Hände multipliziere. Wenn meine Mitarbeiter Freude und Spaß an der Arbeit haben, dann sind auch sie erfolgreicher. Ohne sie ginge es nicht“, erzählt Auer. Diese Philosophie lebt er auch bei der Ausbildung seiner Schützlinge: „Bei mir dürfen die Lehrlinge sehr schnell mit dem Haareschneiden an Modellen beginnen. Das ist das Wichtigste und Schönste am Friseurberuf und das sollen sie auch gleich spüren dürfen. Man muss der Jugend viel mehr zutrauen“, so der Tiroler, dessen Bestreben es stets war, die Faszination seines Berufes sowie das Wissen dahinter an junge Menschen weiterzugeben und das Berufsbild des Friseurs zu stärken.

 

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