Fünf Generationen – ein Beruf

16

Mai

Die Liebe zum Beruf liegt bei den Sprengers eindeutig in der Familie. 1883 gründete Eduard Sprenger seinen Friseursalon in Bludenz, 1886 folgte die erste Filiale in Schruns. Heute ist sein Ururenkel Alexander Sprenger in bereits 5. Generation, ganz wie seine Vorfahren, ebenso Friseursalon-Besitzer. Seine Filialen in Bürs und Schruns erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Kunden. Auch seine Tochter ist bereits in die Familien-Fußstapfen getreten.

Friseure seit über einem Jahrhundert

Den Start der unglaublichen Friseurgeschichte machte der Ururgroßvater von Alexander Sprenger in Bludenz. Heute betreibt Alexander seinen Salon nicht weit entfernt in Bürs. „Als ich nach meinen Ahnen geforscht und gesehen habe, wie erfolgreich meine Familie im Friseurbusiness war, hat mich das schon sehr stolz gemacht“, erzählt der 51-Jährige. Bei seinen Nachforschungen stieß er unter anderem auf eine Anzeige, die zur Eröffnung des Salons seines Ururgroßvaters geschalten wurde: „Geschäftseröffnung. Der Unterzeichnete macht hiermit einem verehrten Publikum von Schruns und Umgebung die ergebene Anzeige, dass er mit 3. Mai d. J. im Gasthaus zum ‚Sternen‘ daselbst eine Filiale seines Friseur-Geschäftes errichten wird.“
Alexander Sprenger trat also in große Fußstapfen – und das mit Erfolg. Nachdem er sehr rasch seine Meisterprüfung absolviert hatte, übernahm er 1995 schon eigene Geschäfte. „Bei meiner Meisterprüfung war ich der jüngste Meister“, erzählt der motivierte Friseur. Sein größter Stolz ist sein Salon in Bürs. „Ein wunderschöner Salon, der 2013 neu gestaltet wurde“, schwärmt der Friseur. Der 51-Jährige hat insgesamt 22 Mitarbeiter, sechs davon sind Lehrlinge.

Übers Friseur-Sein

Alexander Sprenger war sich anfangs nicht sicher, welchen Berufsweg er einschlagen soll. Im Laufe des ersten Lehrjahres war jedoch letztlich schnell klar: Der Friseur-Beruf ist genau das Richtige für ihn. Seine Lehrzeit verlief extrem bunt und verrückt: „Ich war ein typischer junger Friseur, immer ausgefallen gestylt. Meine Mutter wollte dann gar nicht mehr so mit mir ins Geschäft gehen. In einer ländlicheren Gegend ist man damals halt doch sehr aufgefallen“, schmunzelt der erfahrene Friseur heute. „Ich habe so viel Freude an meinen Beruf, da ich den Kontakt mit Menschen wirklich liebe. Wenn ich etwas an meiner Arbeit vermissen würde, dann wären das der Umgang mit anderen – ein Bürojob wäre für mich furchtbar“, sagt Alexander Sprenger. Um Kraft für den Tag zu schöpfen, geht Alexander Sprenger jeden Morgen eine Stunde mit seiner Hündin Nasima in den Wald. „Ich sage jeden Morgen ‚Danke‘ dafür, dass es uns so gut geht und versuche präsent zu sein, da wo ich bin“, sagt der Friseur.

10.000 Haarschnitte zum Erfolg

„Mein Trainer meinte in meiner Lehre zu mir: 10.000 Haarschnitte, dann kannst du es richtig. Ich habe damals nur den Kopf geschüttelt, heute weiß ich: Man braucht wirklich ein paar Jahre, bis man wirklich richtig gut ist“, sagt Alexander Sprenger. Nach 36 Jahren Berufserfahrung hat er nun etwa 70.000 Haarschnitte auf dem Konto. Wie viele Haarschnitte die gesamte Familie Sprenger schon gezaubert hat, kann man sich wohl kaum mehr vorstellen.
Seine Empfehlung für zukünftige Friseure: Zuerst eine gute Ausbildung machen und dann hinaus in die weite Welt. Sofern man die Sprache beherrscht, kann man überall als Friseur arbeiten – der Beruf ist weltweit gefragt.