Zwei Salons und ein blonder Weltrekord

25

Juli

Fußballfieber im Friseursalon

Was Fußball genau mit dem Friseurberuf zu tun hat und warum es wichtig ist, die Spieler und vor allem ihr Aussehen zu kennen, weiß Barbara Schweiger aus Niederösterreich nur zu gut, denn immer wieder kommen Jugendliche zu ihr und wünschen sich nur eins: den Haarschnitt ihres Fußball-Idols. „Heute haben die Spieler eine moderne Frisur und geben auch Trends vor, an denen sich die Jugend stark orientiert. Vor allem die 10- bis 17-Jährigen, das darf man nicht unterschätzen! Früher war das ganz anders. Eine Dauerwelle, die manche Spieler trugen, wurde nicht unbedingt kopiert“, lacht die Friseurin, die mittlerweile auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückblicken kann. Sie weiß, in welche Richtung die Trends gehen und beherrscht den Haarschnitt des argentinischen Fußballstars Lionel Messi aus dem Effeff.

Zwei Salons und ein blonder Weltrekord

Der Wunsch Friseurin zu werden, entstand bereits früh. „Es hat mit Puppen angefangen. Ich liebte es, sie zu frisieren – der Klassiker eigentlich. Später wollten meine Omas und Tanten immer, dass ich ihnen die Haare mache und so festigte sich eigentlich schnell mein Wunsch, diesen Beruf zu erlernen.“ Nur während der Volksschulzeit tauchte kurzzeitig eine berufliche Alternative auf: Lehrerin. Dies ist sie ja jetzt auch für ihre Lehrlinge. Nach ihrer eigenen Lehrzeit leitete sie für einige Jahre eine Filiale einer großen Drogeriekette, bis sie 2003 beschloss, selbstständig zu werden. Anfangs noch ganz klein, bei ihr zu Hause und mobil. Die Zahl der Kunden stieg aber mit der Zeit immer mehr und der Wunsch, wieder in und mit einem Team zu arbeiten, wurde immer stärker, und so eröffnete die Niederösterreicherin 2005 nach dreimonatigem Umbau ihr erstes Geschäft. „Ich habe damals eine Rede vorbereitet, mehrmals auch geübt, aber ich war so nervös und hab gezittert“, erinnert sich Schweiger lachend an die Anfänge zurück. Die Musik spielte, der Bürgermeister, der Pfarrer und viele der künftigen Kunden waren dabei und stießen mit ihr gemeinsam auf die Neueröffnung an. Auch die Eröffnung ihres zweiten Salons hat die Niederösterreicherin noch gut in Erinnerung: „Es war ein schöner Tag, alle waren gut gelaunt und freuten sich auf die neue Herausforderung!“ Eine besondere Herausforderung und Erlebnis ereignete sich letztes Jahr in Köln: Gemeinsam mit 300 anderen Friseuren stellte Barbara Schweiger einen Weltrekord im Blond-Färben auf. „Es war der Wahnsinn. Alle fieberten dem Rekord entgegen, vom Startsignal bis zu den letzten Sekunden und dem Auszählen und Begutachten durch die Juroren. Es war schön Teil von so einem großen Team und einer so großen Veranstatung zu sein!“, schwärmt die Friseurin, die nun stolze Besitzerin einer Weltrekordmedaille ist.

Vom Scheitel bis zur Sohle – Ausbildung ist alles!

Momentan bildet die Friseurin drei Lehrlinge aus und unterstützt diese, wo sie nur kann. Anfängern rät sie: „Schnuppern! Vorstellung und Realität stimmen oft nicht überein und nur so kann man einen guten Einblick bekommen und herausfinden, ob der Beruf tatsächlich etwas für einen ist!“ Auf Jobmessen und auch direkt in Schulen stellt sie den Lehrberuf vor. Interessierte können dabei Fragen stellen und so den Friseur-Alltag aus erster Hand erfahren. Den Beruf des Friseurs vermittelt sie an ihre Lehrlinge schrittweise. Die Basisschnitttechniken werden zuerst an Übungsköpfen geübt. Wenn sie diese beherrschen, dürfen sie an richtigen Modellen lernen. „Meistens starten mit Frauenfrisuren, da sich die Mütter meistens als Erste zur Verfügung stellen.“ Ab dem dritten Jahr wird dann nur noch besprochen, was gemacht wird und am Ende kontrolliert – Zwischenfragen sind natürlich immer erlaubt. Viele ihrer ehemaligen Lehrlinge beschäftigt sie weiter im Salon. Eine kontinuierliche Weiterbildung ist für Schweiger von großer Bedeutung, so fährt sie selbst mindestens einmal im Jahr auf Fachmessen und informiert sich über die neuesten Techniken und Werkzeuge. „Die Workshops sind dabei am spannendsten. Man kann die Techniken ausprobieren, sehen, wie sie funktionieren und ob man diese auch im eigenen Geschäft und bei der eigenen Kundschaft anwenden kann.“ Das Team und der Zusammenhalt sind der leidenschaftlichen Friseurin besonders wichtig, denn für sie gilt: „Den Mitarbeitern muss es gutgehen, sie sind das höchste Gut! Und wenn es dem Team gutgeht, dann geht alles von alleine!“

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eine Reise in die Vergangenheit und heute…